Metallurgische Mikroskope
Metallurgische Mikroskope (Materialmikroskope) für die präzise Gefügeanalyse, Qualitätskontrolle und Schadensanalytik in der Metall-, Kunststoff- und Werkstoffverarbeitung. Unser Sortiment umfasst aufrechte und inverse Auflichtmikroskope mit Hellfeld-, Dunkelfeld- und Polarisationskontrast zur Untersuchung von Schliffpräparaten, Gussstücken, Halbleitern und polierten Materialoberflächen nach Industrie- und DIN-Normen.
Alle 7 Ergebnisse werden angezeigtNach Aktualität sortiert
Metallurgische Mikroskope: Besonderheiten und Optikverfahren in der Metallografie
Im Gegensatz zu klassischen biologischen Durchlichtmikroskopen sind metallurgische Mikroskope speziell für undurchsichtige (opake) Proben konzipiert. Das Licht wird über vertikale Auflicht-Illuminatoren (Epi-Beleuchtung) direkt durch das Objektiv auf die Probenoberfläche projiziert und von dort reflektiert:
-
Hellfeld- & Dunkelfeldkontrast: Das Auflicht-Hellfeld bildet ebene, polierte Flächen hell ab. Der Dunkelfeldkontrast hingegen hebt Risse, Einschlussgrenzen, Korngrenzen und Mikro-Topografien hervor, indem ausschließlich das von Kanten gestreute Licht aufgefangen wird.
-
Polarisationskontrast: Unverzichtbar für die Gefügeanalyse anisotroper Werkstoffe (z. B. Titan, Graphit, Gussgefüge oder Schweißnähte). Er macht Kornorientierungen und Phasengrenzen auch ohne chemische Ätzverfahren sichtbar.
-
Differential-Interferenzkontrast (DIC): Erzeugt eine reliefartige, dreidimensionale Darstellung minimaler Höhenunterschiede auf polierten Schliffbildern.
Aufrechte vs. Inverse Materialmikroskope
-
Aufrechte Metallurgiemikroskope: Der Standard für planparallele Schliffpräparate, Waferschnitte, Platinen und kleinere Werkstoffproben.
-
Inverse Metallurgiemikroskope: Die bevorzugte Wahl bei schweren, voluminösen oder unregelmäßig geformten Proben. Die Werkstücke werden direkt auf den Objekttisch gelegt, ohne dass ein aufwändiges Nivellieren oder Einbetten der Unterseite erforderlich ist.
Normgerechte Gefügeanalyse und Korngrößenbestimmung
Über standardisierte C-Mount-Anschlüsse und hochauflösende Digitalkameras lassen sich die Mikroskopsysteme direkt mit Analyse-Software koppeln. Dies ermöglicht automatisierte Korngrößenbestimmungen nach DIN EN ISO 643 oder ASTM E112 sowie die quantitative Bewertung von nichtmetallischen Einschlüssen.
FAQ: Fragen & Antworten zu Metallurgischen Mikroskopen
1. Was unterscheidet ein metallurgisches Mikroskop von einem biologischen Mikroskop?
Metallurgische Mikroskope nutzen ein Auflicht-Beleuchtungssystem (Epi-Beleuchtung), da metallische und industrielle Proben undurchsichtig sind. Das Licht fällt durch das Objektiv auf die Probe und wird von dort reflektiert, während biologische Mikroskope transparente Proben von unten durchstrahlen.
2. Wann wird ein inverses metallurgisches Mikroskop bevorzugt?
Inverse Materialmikroskope werden gewählt, wenn große, schwere oder unregelmäßig geformte Proben untersucht werden müssen. Da sich das Objektiv unter dem Tisch befindet, muss nur eine Seite der Probe plangeschliffen sein, was das Eindecken und Ausrichten auf dem Objekttisch erspart.
3. Wofür wird der Polarisationskontrast in der Werkstoffprüfung genutzt?
Der Polarisationskontrast dient der Identifikation optisch anisotroper Materialien (z. B. Strukturanalysen von Gusslegierungen, Titan oder Verbundwerkstoffen) und macht Gefügestrukturen, Orientierungen sowie Kristallitgrenzen ohne vorherigen Ätzprozess sichtbar.
4. Welche Objektive werden für Auflichtmikroskope benötigt?
Für metallurgische Mikroskope werden spezielle Auflicht-Objektive ohne Deckglaskorrektur (Kennzeichnung "0") verwendet, da metallografische Schliffpräparate unbedeckt untersucht werden.
5. Welches Zubehör für metallurgische Mikroskope finden Sie in unserem Shop?
In unserem Shop finden Sie passendes Zubehör wie Polarisationsfilter, C-Mount-Kameraadapter, Objektmikrometer zur Software-Kalibrierung, Messokulare sowie optische Linsenreinigungssets.